Selbstprüfung

Ein Airbag-Rucksack ist ein Rettungsgerät, das man im Gelände idealerweise nie nutzen muss – im Ernstfall muss es jedoch einwandfrei funktionieren. Wie bei allen derartigen Ausrüstungen empfehlen wir eine regelmäßige Überprüfung. Wir bieten entweder einen Werkservice bei uns im Haus oder einen Leitfaden, mit dem Sie eine Selbstprüfung Ihres Reactor-Airbag-Rucksacks durchführen können. Wir unterscheiden zwischen der einfachen Revision und der Premium-Revision.

Reactor 2.0 System
Empfehlungen

Die einfache Revision umfasst eine Sichtprüfung aller wichtigen Komponenten des Reactor-Systems und des Rucksacks. Optional können Sie diese Prüfung durch eine vollständige Airbag-Auslösung mit Gaskartusche ergänzen, um Mechanik, Aufblassystem und Airbags eingehend zu testen (Premium-Revision).

Die einfache Revision wird jährlich empfohlen. Für die Premium-Revision empfehlen wir einen Rhythmus von 3 Jahren. Nachfolgend finden Sie Hinweise, um die Selbstprüfung Ihres Airbag-Rucksacks durchzuführen.

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SCHRITTE

Block 1: Tragesystem

1. Kontrolle der Struktur

Prüfen Sie alle Teile der Rucksackstruktur: Hüftgurt, Brustgurt, Beingurt und Schulterträger.

2. Kontrolle der Gurte

Die Gurte dürfen keine Schnitte aufweisen, und die Nähte müssen intakt sein.

3. Kontrolle der Schnallen

Schnallen dürfen weder gebrochen noch verbogen sein.

4. Kontrolle der Hüftgurtschnalle

Achten Sie auf die korrekte Montage. Die Schnalle darf nicht verdreht sein (die verstellbare Gurtseite darf nicht unter der festen Seite liegen).

Wir empfehlen, den verstellbaren Gurtteil durch den Gurtkeeper an der festen Seite zu führen.

Block 2: Zugkabel & Hülle

1. Stange des Auslösegriffs prüfen

Die Hülle des Auslösekabels darf keine Beschädigungen aufweisen und nicht stärker als 30° geknickt sein.

2. Öffnen/Schließen des Griffs kontrollieren

Der Griff muss in armiertem Zustand korrekt an der Rastnase verriegeln.

3. Griffhalter prüfen

Zustand des Griffhalters am Schulterträger kontrollieren.

Block 3: Auslösemechanik

1. Zustand des Gewindes prüfen

Gewinde der Kartusche, O-Ring und die Siegelfolie am Kartuschenkopf kontrollieren. Die Siegelfolie darf nicht perforiert sein.

Beschichtung der Kartusche prüfen, insbesondere bei der Carbon-Kartusche.

2. Kartusche prüfen

Schrauben Sie die Gaskartusche ab, wiegen Sie sie ohne Kappe und vergleichen Sie das Gewicht mit dem Etikett. Eine Toleranz von 5 g ist zulässig. Gasverlust ist aufgrund unserer Qualitätsprozesse äußerst selten, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Das Etikett enthält Seriennummer, letztes Fülldatum und Gewicht nach dem Befüllen.

3. Leerauslösung der Mechanik

Stellen Sie sicher, dass die Kartusche vollständig aus dem Reactor herausgeschraubt ist.

Ziehen Sie am Reactor-Griff.

Das Auslösegeräusch muss klar und deutlich sein.

4. Pflege der Auslöseanzeige

Geben Sie einen Tropfen Schmiermittel zwischen den roten Auslöseanzeiger und das rote Hauptgehäuse. Verwenden Sie nur mineralisches Öl (ballistische Art), z. B. Ballistol Universalöl. Keine lösungsmittelhaltigen Kriechöle wie WD-40 verwenden.

4 bis. Auslösemechanik wieder arretieren

Arretieren Sie das System mit dem im Rucksack verstauten Wiederverriegelungs-Schlüssel.

Beim Arretieren muss der Stift sauber zum roten Hauptgehäuse zurückgleiten – ein Zeichen für reibungsfreie Funktion.

5. Kartusche wieder einschrauben

Vergewissern Sie sich, dass die Auslösemechanik armiert ist, und schrauben Sie die Kartusche bis zum Anschlag ein. Ein leichter Widerstand beim Zusammendrücken des O-Rings ist normal. Schrauben Sie ohne Gewalt bis zum Anschlag.

6. Schlagbolzen prüfen

Schlagbolzen und seitliche Bohrung müssen sauber und frei von Rückständen sein.

Die Nadelspitze muss unbeschädigt sein, nicht gebrochen und nicht ausgefranst.

Block 4: Zustand der Airbags prüfen

1. Airbags kontrollieren

Öffnen Sie die Airbag-Fächer, nehmen Sie die Airbags heraus und prüfen Sie das Gewebe insbesondere an den Faltkanten auf Abnutzung.

Überprüfen Sie die Position der 7 Faser-Befestigungsleisten. Die Kappe der Hülle am Airbag muss über jeder Befestigungsleiste sitzen.

Zustand der Befestigungen und der roten Befestigungsgurte am Airbag prüfen.

2. Entlüftungsklemme einsetzen

Setzen Sie die Entlüftungsklemme in das Gitter des Venturi-Ventils ein. Es gibt zwei Airbag-Systeme (Reactor 1.0 und Reactor 2.0) mit unterschiedlicher Klappenform, das Entlüftungsprinzip ist jedoch identisch. Falten Sie anschließend die Airbags und schließen Sie die Fächer gemäß den folgenden Angaben. Je nach Baujahr und Faltmethode gibt es drei Varianten der Airbag-Fächer.

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GEN1

1 — Reißverschluss-Schieber unten an der Airbag-Tasche einhaken.

2 — Reißverschlüsse schließen und die Airbags wie oben beschrieben falten. Einige Zentimeter vor dem Ende stoppen.

3 — Sind beide Reißverschlüsse geschlossen, trennen Sie die beiden Schieber auf einer Seite der Kette. WICHTIG: Ohne Trennung kann der Airbag sehr wahrscheinlich nicht korrekt aufblähen.

GEN2

1 — Beide Schieber oben an der Airbag-Tasche einhaken und ca. 10 cm vorschieben.

2 — Den Klett-Abdeckflap über den Reißverschluss-Anfängen schließen.

3 — Schieber nach unten führen und die Airbags wie oben beschrieben falten. Die Schieber müssen in die Reißverschluss-Hülle (Sleeve) eintreten, am Rand jedoch stoppen, ohne ganz hineinzugleiten. Falls ein Schieber zu weit geschoben wurde und sich auf einer Seite aus der Kette löst, beginnen Sie von vorn.

GEN3

1 — Beide Schieber oben einhaken und die kleinen Klettlaschen über dem Reißverschlussgehäuse schließen. Dann jeden Schieber ca. 10 cm vorschieben.

2 — Den Klett-Abdeckflap über den Reißverschluss-Anfängen schließen.

3 — Schieber nach unten führen und die Airbags wie oben beschrieben falten. Die Schieber müssen in die Reißverschluss-Hülle (oder das rote Gummi) eintreten, jedoch am Rand stoppen. Wird ein Schieber zu weit geschoben und löst sich von einer Seite, bitte erneut von vorne beginnen.

EMPFEHLUNGEN

Wir empfehlen eine Funktionsauslösung mit komprimierter Gas- (oder Luft-) Kartusche alle 3 Jahre. Die vollständige Entfaltung der Airbags sollte zwischen 3 und 4 Sekunden dauern.

Nach der vollständigen Entfaltung entleert sich die Kartusche weitere ca. 10 Sekunden. Dies ist die Druckreserve, um die vollständige Befüllung auch in schwierigen Situationen (z. B. Druck durch Schneeblöcke oder Eigengewicht) sicherzustellen.

EUROPÄISCHE NORM

Die europäische Norm für Lawinen-Airbags verlangt, dass der Airbag mindestens 3 Minuten nach der Auslösung vollständig aufgeblasen bleibt. „Vollständig aufgeblasen“ bedeutet, dass er seine Form unter dem Eigengewicht hält.

Der Druck in den Airbags ist nicht entscheidend; ein Druckabfall in den ersten Minuten nach der Auslösung ist aufgrund der natürlichen Porosität des Systems normal.

Bei einer Verschüttung mit aufgeblasenem Airbag kann die abgegebene Luft das Atmen erleichtern und die Überlebenszeit verlängern. Der Inhalt der Airbags besteht überwiegend aus der durch das Venturi-System angesaugten Umgebungsluft und zu einem geringeren Teil aus Stickstoff oder Argon aus der Kartusche – beides Bestandteile der Atemluft.

Wichtige Hinweise

Dieses Tutorial dient als Hilfe für die eigenständige Kontrolle Ihrer Lawinen-Rettungsausrüstung. Dieses Dokument ersetzt jedoch keine professionelle Inspektion; eine Beurteilung möglicher Nichtkonformitäten liegt nicht in unserer Verantwortung. Bei jeglichen Zweifeln an Zustand oder Konformität Ihrer Ausrüstung wenden Sie sich bitte an unseren Kundendienst, um fachkundige Beratung und maximale Sicherheit zu erhalten.

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Airbag Reactor 2.0 Detail